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Politik und Zeitgeschehen im arabischen TV

Am 23. und 24. März 2007 geben Regisseure und Produzenten auf einer Konferenz in Augsburg Einblick in ihre Arbeit für al-Jazeera und al-Arabiyya. In öffentlichen Vorführungen werden Reportagen für die die beiden Sender gezeigt, in Workshops können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz mit den Machern über ihre Arbeit sprechen.

Konzeption: Irit Neidhardt (mec film)

Bei arabischem Fernsehen denken wir im Westen nahezu automatisch an al-Jazeera, evtl. auch an al-Arabiyya. Die beiden Nachrichtensender verkaufen ihr Material seit dem sogenannten Krieg gegen den Terror, den Kriegen gegen Afghanistan und den Irak vermehrt an westliche Fernsehstationen. In erster Linie sind es Bilder von Bin Laden, Entführungsopfern im Irak und Kriegsbilder aus dem Libanon im Sommer 2006. Durch die Reduzierung auf diese Bilder schleicht sich ein bisschen der Eindruck ein, als sei das das Fernsehprogramm, das arabisches Publikum sieht. Das Bild deckt sich auch mit den einigen Begriffen, die in der Regel mit „arabisch“ oder „muslimisch“ assoziiert werden: Terror, Krieg, Gewalt. Gleichzeitig ist seit den Anschläge vom 11.September 2001 und dem vom Westen erklärten „Krieg gegen den Terror“ ist das Interesse an Information nicht nur über sondern auch aus der arabischen Welt groß.

Immer mehr Filmfestivals im Westen zeigen arabische Dokumentarfilme, die – bei genauerem Hinsehen - häufig Produktionen gerade für al-Jazeera und al-Arabiyya sind und als unabhängige Filme präsentiert werden. Tamer el-Said's TAKE ME wurde auf zahlreichen Festival ausgezeichnet und ist eine Produktion aus dem Hause HOT SPOT in Qatar für die Reihe „Once upon a Time“, die für al-Jazeera produziert wurde. Eliane Raheb's SUICIDE, der zahlreich aufgeführt wird, ist Teil der Sendereihe „In and Around Irak“, die das Produktionshaus O3 in Dubai für al-Arabiyya hergestellt hat.

Auf der Konferenz Politik und Zeitgeschehen im arabischen TV werden Produzenten und Regisseure Einblick in ihre Arbeit mit und für die beiden Nachrichtensender al-Jazeera und al-Arabiyya geben und in die Hintergründe der Produktionszusammenhänge erläutern. Wer produziert was, mit wem, für wen? Wie kann ein und der selbe Produzent für verschiedene Sender arbeiten? Wie weit kann man unabhängig bleiben und sein Geld mit Aufträgen von den beiden Sendern verdienen? Wie verlaufen die Produktionen für die Sender? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden Einführungen in das (arabische) TV geben.

Maya Mikdashi von der Columbia University in New York wird fragen, wie die westlichen Medien die arabische Welt porträtieren und die Medienrezeption im Westen wie in der arabischen Welt analysieren – am Beispiel des Umgangs mit dem Thema „Terror“. Es wird einen Vortrag zum Thema „What do Arabs watch?“ geben, in dem Ausschnitte aus der gesamten Bandbreiten des Fernsehrprogramms gezeigt werden: Seifenopern, Musikvideos, Diskussionssendungen u.v.m.
Die renommierte Medienwissenschaftlerin Naomi Sakr von der Westminster University wird einen Abriss arabischer TV-Geschichte geben, vom staatlichen TV zu den zahlreichen privaten Sendern und dem Satellitenfernsehen, das in den letzten Jahren boomt.
Und natürlich wird es zahlreiche Sendungen zu sehen geben: aus Politik, Zeitgeschichte und Kultur. HOT SPOT zeigt zwei Episoden aus der Reihe „Once Upon A Time“ mit dem beliebten TV-Journalisten Assad Taha. O3 präsentiert drei Episoden aus der Reihe „In and Around Iraq“. Die Reihe arbeitet mit dem Konzept von Videobriefen, persönlichen Stellungnahmen, die Regisseurinnen und Regisseure aus verschiedenen arabischen Ländern zum Krieg im Irak produziert haben und die 2003 von al-Arabiyya ausgestrahlt wurden.
Dimitri Khodr, Mitbegründer der Filmkooperative Beirut DC und Generaldirektor des Senders „New TV“ zeigt seine unabhängige TV-Reportage „Children of the Cedars“ und Simon el-Habre, Mitglied von Beirut DC, Cutter und Regisseur eine Episode aus dem al-Jazeera-Programm „The Arabic Lens“, einem wöchentlichen 30-Minuten Programm, bei dem arabische Regisseurinnen und Regisseure aus Fernsehen ud Kino porträtiert werden. Die beiden Regisseure bezeichnen sich als unabhängig und werden zu ihrem Verhältnis zum arabischen TV sprechen.
Die hier genannten Sendungen werden in Workshops mit Produzenten und Regisseuren vertieft behandelt.

Die Konferenz findet im Rahmen der Filmtage Augsburg als Teil des arabischen Schwerpunktes statt.

Wann? 23.+24.3.07
Wo? Augsburg
Kosten? 40,-€, Hotelzimmer zwischen 35,-€ und 80,-€ können über das Filmfestival gebucht werden.

Das Programm finden Sie unter http://www.filmtage-augsburg.de

Anmeldung bitte senden an:
Filmbüro Augsburg
Schroeckstr. 8
86152 Augsburg, Germany
Tel.: +49-821/15 3078, Fax.: +49-821/15 55 18 filmbuero@t-online.de
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